Das Richtfest ist einer der bekanntesten Bräuche, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen.
Das Fest findet statt, sobald der Rohbau mitsamt Dachstuhl fertiggestellt wurde.
Das war beim Kitaneubau der Gemeinde Niedere Börde am 8. Februar 2022 der Fall.
Der Richtkranz mit seinen bunten Bändern wurde von den Zimmerleuten auf dem First des Krüppelwalmdaches befestigt.
Er signalisiert schon von Weitem: In diesem Bauprojekt wurde ein weiterer Meilenstein erreicht.
Nachdem der Zimmermann vom Dach seinen Richtspruch verkündet hatte, stieß er nicht wie sonst üblich mit einem Glas Schnaps an, er erhob sein Weinglas, trank es stellvertretend für alle Schaulustigen aus und schleuderte es dann gegen die Hauswand bzw. auf den Boden des späteren Eingangsbereiches der Kita. Die Scherben sollen Glück bringen und böse Geister aus dem Haus vertreiben.
Nun war der Bauherr gefragt. Bürgermeister Stefan Müller stieg aufs Dach, um den so genannten letzten Nagel in den Dachstuhl zu schlagen. Nach einigen wenigen Fehlschlägen und einigen Strafgläsern Wein, war auch das geschafft.
Stefan Müller bedankte sich bei allen am Bau beteiligten Firmen und bei den Arbeitern für ihre bisher geleistete Arbeit, verbunden mit der Hoffnung, dass alles zu einem guten Ende kommt und noch in diesem Sommer fröhliche Kinder in ihr neues Haus einziehen können.
Dann durfte gefeiert werden. Es war ein kleiner Imbiss vorbereitet und es gab warme Getränke, was angesichts der kühlen Winde, die durch die offenen Fenster und Türen des Rohbaus pfiffen sehr angenehm war. Ein beherrschendes Gesprächsthema an diesem Nachmittag waren diese Fenster und Türen. Wegen Materialengpässen können sie nicht zum vereinbarten Termin geliefert werden. Nun müssen Lösungen gefunden werden, damit der Innenausbau trotzdem zügig voran gehen kann. Schon am 30. Juni soll schließlich alles fertig sein. Das ist sicher keine leichte Aufgabe.